Neue Projekte

Nach dem erfolgreichen „Sechserpack II“ im Jahr 2021 war eigentlich klar: Wir machen weiter. Die Nachtbesteigung des Liliensteins, gemeinsame Touren mit der Familie und viele neue Wege hatten gezeigt, dass die Sandsteinjäger noch lange nicht genug vom Unterwegssein hatten.

Die folgenden Jahre brachten eine bunte Mischung aus allem, was unsere Touren bis heute ausmacht. Mal ging es ganz klassisch zu Fuß durch die Sächsische Schweiz, mal kamen die Fahrräder zum Einsatz, mal standen bekannte Ziele auf dem Programm und mal wurde bewusst nach neuen Wegen gesucht. Wir entdeckten versteckte Pfade, neue Aussichtspunkte und Regionen, die wir bisher eher links liegen gelassen hatten. Dabei wurde uns immer wieder bewusst, dass es gar nicht unbedingt das große Abenteuer sein muss. Manchmal reicht ein unbekannter Weg, ein schöner Aussichtspunkt und genügend Zeit, um einfach unterwegs zu sein.

Auch die Familie war immer wieder Teil dieser Jahre. Die Besetzung wechselte, die Motivation blieb – ebenso wie die Erkenntnis, dass gemeinsame Touren nicht nur Kilometer und Höhenmeter produzieren, sondern vor allem Erinnerungen. Zwischendurch wurde ausprobiert, geplant, umgeplant und manchmal auch einfach der ursprüngliche Plan über Bord geworfen. Schließlich gehört ein gewisses Maß an Unberechenbarkeit bei den Sandsteinjägern fast schon zur Ausrüstung.

Mit der Zeit wurden dabei auch die eigenen Ansprüche etwas anders. Es ging weniger darum, möglichst viele Ziele abzuhaken, sondern vielmehr darum, bekannte Wege noch einmal mit anderen Augen zu sehen. Touren, die schon Jahre zurücklagen, wurden wieder hervorgeholt. Die Landschaft hatte sich verändert, besonders die Wälder, und plötzlich wurde aus einem bekannten Weg wieder eine neue Entdeckung.

So vergingen die Jahre 2021 bis 2024 mit einer Mischung aus Wanderungen, Fahrradtouren, Familienausflügen, neuen Unterkünften, kleinen Städteentdeckungen und natürlich jeder Menge Sandstein. Aus dem ursprünglichen „Wir fahren mal wieder in die Sächsische Schweiz“ war längst eine feste Tradition geworden. Und irgendwo zwischen Wanderkarte, Fahrradcomputer und Wanderschuhen entstand dabei immer wieder dieser berühmte Zettel mit den nächsten Ideen. Das Problem: Je mehr Touren wir davon strichen, desto länger wurde er.

2025 wollten wir dann einige unserer älteren Lieblingstouren noch einmal unter die Wanderschuhe nehmen und dabei schauen, wie sich die Natur über die Jahre verändert hatte. Die Fahrräder sollten eigentlich ebenfalls wieder stärker zum Einsatz kommen. Zumindest theoretisch. Ein Defekt sorgte allerdings dafür, dass aus einer geplanten Radtour eine etwas ungewöhnliche „Abfahrt“ wurde: Fahrräder runterfahren, einladen und wieder zurückbringen. Immerhin hatten sie frische Luft bekommen und wir eine Geschichte mehr zum Schmunzeln.

2026 – Harz und zurück zum Sandstein

Für 2026 wollten wir bewusst einmal etwas Neues ausprobieren. Der erste Weg führte uns deshalb in den Harz – genauer gesagt nach Wernigerode. Und zunächst sah die Planung sogar vor, die Fahrräder mitzunehmen. Schließlich wollten wir nicht nur wandern, sondern auch die Möglichkeit haben, die Umgebung auf zwei Rädern zu erkunden.

Im Nachhinein war es allerdings eine ziemlich gute Entscheidung, die Fahrräder zu Hause zu lassen. Die geplanten Wege im Harz hätten uns mit unseren Touren ohnehin vor einige Herausforderungen gestellt. Statt Fahrräder überflüssigerweise durch die Gegend zu transportieren, konnten wir uns ganz auf das konzentrieren, weshalb wir eigentlich dort waren: wandern, entdecken und fotografieren.

Fachwerkhäuser statt Sandstein, Brocken statt Lilienstein und eine Landschaft, die zwar anders aussieht, aber trotzdem ihre ganz eigene Faszination besitzt. Der Harz wurde für uns zu einem kleinen Ausflug aus der gewohnten Welt der Sandsteinjäger. Wir entdeckten neue Wege, kämpften uns über die unvermeidlichen Steigungen und fanden jede Menge neue Eindrücke.

Im Sommer ging es dann wieder zurück in unser eigentliches Revier: die Sächsische Schweiz. Auch hier waren die Fahrräder ursprünglich fest eingeplant. Doch diesmal erledigte sich die Frage beinahe von selbst. Vorab stellten wir fest, dass die erhofften Zugverbindungen teilweise gar nicht vorhanden waren und uns zusätzlich etliche Baustellen in die Planung fuhren.

Damit war das Thema Fahrrad eigentlich ziemlich schnell erledigt.

Und wenn wir ehrlich sind: Es war vielleicht sogar ganz gut so.

Statt uns zwischen Wanderung, Fahrrad, Fahrplan und Baustellen durch die Gegend zu organisieren, konnten wir uns einfach auf das konzentrieren, was wir eigentlich am liebsten machen: Rucksack auf, Schuhe an und los. Kein Blick auf den nächsten Zug, kein Fahrrad, das irgendwo auf den Transport wartet, und keine Baustelle, die uns erklärt, dass der gerade geplante Weg heute leider nicht vorgesehen ist.

So blieb mehr Zeit für die eigentlichen Touren. Neben unseren Lieblingstouren standen erneut einige Wege auf dem Programm, die wir bereits vor vielen Jahren einmal gegangen waren. Nicht einfach aus Nostalgie, sondern aus Neugier. Wie hat sich die Landschaft verändert? Was ist aus den alten Wegen geworden? Welche Spuren haben die vergangenen Jahre hinterlassen?

Gerade diese Wiederholungen waren überraschend spannend. Die Sächsische Schweiz ist zwar unsere vertraute Landschaft, aber sie bleibt trotzdem nicht stehen. Wälder verändern sich, neue Sichtachsen entstehen, alte verschwinden und manche Felsen stehen noch immer genau dort, wo sie schon vor Jahrzehnten standen – vermutlich, weil sie von unseren Wanderplänen einfach nichts wissen wollen.

Damit ist auch 2026 inzwischen Geschichte. Der Harz ist erkundet, die Sächsische Schweiz wieder ausgiebig unter die Wanderschuhe genommen und der Zettel trotzdem nicht leerer geworden. Im Gegenteil: Aus erledigten Touren sind neue Ideen entstanden und aus bekannten Wegen wieder neue Geschichten.

Was bleibt, ist eigentlich genau das, was die Sandsteinjäger seit vielen Jahren ausmacht: Wir wollen unterwegs sein. Nicht möglichst schnell, nicht möglichst weit und schon gar nicht nach irgendeinem sportlichen Rekord. Wir wollen draußen sein, neue Wege entdecken, alte Wege wiederfinden, fotografieren, lachen und am Ende etwas zu erzählen haben.

Dortsein statt Dasein.

Der Zettel bleibt also offen. Die Wanderschuhe stehen bereit, die Fahrräder dürfen sich für ihren 2027er Urlaub erholen – und irgendwo wartet schon die nächste Geschichte.

Denn die Geschichte der Sandsteinjäger ist noch lange nicht zu Ende - 2027 ist geplant.