Jahr für Jahr
Unsere Hochzeitsreise führte uns im Jahr 2000 in die Sächsische Schweiz – in eine Landschaft, die uns bereits vertraut war und nun noch einmal eine ganz andere Bedeutung bekam. Die Felsen, die Wege und die Aussicht waren nicht einfach nur Kulisse für ein paar Urlaubstage. Sie wurden Teil unserer gemeinsamen Geschichte. Aus dem Reiseziel wurde langsam ein Stück Heimat und aus der bisherigen Sandsteinjagd eine gemeinsame Leidenschaft.
Die folgenden Jahre waren geprägt von Entdeckungen, langen Wanderungen und der Erkenntnis, dass die Sächsische Schweiz erstaunlich viel größer ist, als sie auf der Karte aussieht. Kaum waren wir aus einem Urlaub zurück, lagen bereits die nächsten Ideen auf dem Tisch. Neue Wege, neue Aussichtspunkte, neue Ziele – und natürlich die Frage, was wir im nächsten Jahr noch alles schaffen könnten.
Katrin und ich kamen regelmäßig mit reichlich Fotos und noch mehr Geschichten nach Hause. Die Familie bekam die Bilder zu sehen und musste sich unsere Erlebnisse anhören – ob sie wollte oder nicht. Und irgendwann entstand daraus eine neue Idee: Warum eigentlich immer erst nach dem Urlaub erzählen, was wir erlebt hatten? Wäre es nicht viel schöner, wenn die Daheimgebliebenen schon während unserer Touren ein bisschen dabei sein könnten?
Die Technik war damals allerdings noch nicht ganz so weit, wie wir es uns gewünscht hätten. Von unterwegs kleine Nachrichten und Eindrücke zu verschicken, war längst nicht so selbstverständlich wie heute. Also blieb zunächst nur die Vorfreude auf eine Lösung. Die sollte einige Jahre später kommen – mit unserem Blog.
Doch vorher entwickelte sich die Sandsteinjagd noch einmal in eine ganz andere Richtung.
Für den großen Familienurlaub 2006 hatten wir bereits 2004 die Interessengemeinschaft „Die Sandsteinjäger“ gegründet. Aus einem Urlaub mit Freunden und Familie sollte eine richtige Gemeinschaft werden. Dazu gehörte natürlich auch ein entsprechendes Programm. Unser Wahlspruch war schnell gefunden:
„Kein Berg sei zu hoch, kein Weg zu weit und keine Tour zu schwierig.“
Damit war praktisch auch der Grundstein für unsere kleinen Mutproben gelegt. Jeder konnte sich auf seine Weise beweisen, und wer eine Herausforderung gemeistert hatte, durfte sich über ein Abzeichen, ein T-Shirt oder eine Urkunde freuen. Was zunächst vielleicht ein bisschen nach Ferienlager mit erhöhtem Sandsteinanteil klingt, wurde schnell zu einem festen Bestandteil unserer gemeinsamen Unternehmungen.
Aus einem Urlaub wurde ein Ritual.
2005 mussten wir unseren „Senior“ schweren Herzens zu Hause lassen. Dafür rückte die jüngere Generation stärker nach und brachte reichlich Energie und Entdeckergeist mit. Neue Ziele wurden gesteckt, neue Wege ausprobiert und natürlich wieder festgestellt, dass die Sächsische Schweiz noch immer genügend Ecken besitzt, die wir nicht kannten.
Im März 2008 kam dann ein ganz besonderes Unternehmen dazu. Zu Klaus’ Jubiläum starteten wir unsere erste richtige Winterexpedition: „Unternehmen Sandstein“. Schnee, Sonne, Geburtstag und erfolgreiche Touren – eine Kombination, die sich sehen lassen konnte. Das erste Winterunternehmen war damit ein voller Erfolg und zeigte gleichzeitig, dass die Sandsteinjagd nicht zwingend auf die wärmeren Monate beschränkt sein musste.
Doch 2008 sollte noch einen zweiten Wendepunkt bringen.
Unter dem Namen „Unternehmen Sandstein 2.0“ starteten Katrin und ich die „Aktion Hardtail“. Wir wollten ausprobieren, ob sich die Sächsische Schweiz nicht nur zu Fuß, sondern auch mit dem Fahrrad erkunden ließ. Die Idee war zunächst denkbar einfach: Fahrräder mitnehmen, weiter in die Region vordringen und dadurch Strecken miteinander verbinden, die zu Fuß nur schwer an einem Tag zu schaffen gewesen wären.
Und tatsächlich eröffnete das Fahrrad eine völlig neue Perspektive.
Plötzlich wurden aus einzelnen Wanderzielen miteinander verbundene Touren. Wir kamen weiter, konnten neue Gebiete erreichen und entdeckten die Landschaft aus einer anderen Perspektive. Natürlich wurden die Strecken länger – aber irgendwie fühlten sie sich trotzdem leichter an. Schließlich kamen wir jetzt einen Teil des Weges im Sitzen voran.
Das war, nüchtern betrachtet, ein ziemlich überzeugendes Argument.
Die „Aktion Hardtail“ war damit mehr als nur ein Versuch, Fahrräder mit in den Sandsteinurlaub zu nehmen. Sie wurde zum Beginn einer neuen Ära. Denn im darauffolgenden Jahr sollte nicht nur das Fahrrad seinen festen Platz in unseren Unternehmungen bekommen.
Auch die Idee, unsere Erlebnisse unterwegs mit anderen zu teilen, nahm endlich konkrete Formen an.
2009 begann Sandstein 2.0 – mit Fahrrad, Blog und einer ganzen Menge neuer Möglichkeiten.
