Wie alles begann
Manchmal entstehen die besten Geschichten nicht, weil man sie plant, sondern weil sich Dinge einfach ergeben. Bei uns war das jedenfalls so. Einen großen Masterplan gab es nicht – und wenn es einen gegeben hätte, hätten wir ihn vermutlich spätestens bei der ersten Wanderung wieder über den Haufen geworfen.
Bei uns begann die Geschichte der Sandsteinjäger nicht mit einem Wanderplan, einer besonders schönen Postkarte oder dem Vorsatz, fortan jedes Jahr in die Sächsische Schweiz zu fahren. Der eigentliche Anfang liegt bei Klaus und seiner Familie.
Klaus hatte väterlicherseits weitläufige Verwandtschaft in der Region. Die Verbindung dorthin bestand also schon lange, bevor aus unseren gemeinsamen Unternehmungen die Sandsteinjäger wurden. Die Gegend war für uns dadurch zunächst nicht irgendein beliebiges Urlaubsziel, sondern ein Ort, zu dem bereits eine familiäre Verbindung bestand.
Und diese Verbindung ist bis heute nicht abgerissen.
Die Familie gibt es dort noch immer. Aus den damaligen Verwandten sind inzwischen weitere Generationen geworden – Brüder und Schwestern, deren Kinder, Enkel und inzwischen eine ganze kleine Familiengeschichte, die sich über die Jahre weiterentwickelt hat.
Das Bemerkenswerte daran: Irgendwann begegneten wir einem Teil dieser Familie tatsächlich wieder – und zwar eher durch Zufall als durch einen ausgeklügelten Stammbaum.
Wir suchten irgendwann eine Unterkunft und landeten ausgerechnet in einem Haus, das zu dieser Familie gehörte. Plötzlich standen wir nicht irgendwo in einer anonymen Ferienwohnung, sondern waren gewissermaßen wieder mitten in der eigenen, wenn auch ziemlich weitläufigen Verwandtschaft.
Und damit bekam unser Urlaub eine ganz besondere Note.
Aus einer Unterkunft wurde ein Anlaufpunkt, aus den Menschen dort wurden Bekannte und Freunde – und aus den jährlichen Aufenthalten entwickelte sich etwas, das sich bis heute fast wie ein Familienurlaub anfühlt. Man kennt sich, man trifft sich wieder, man erzählt, was sich im letzten Jahr verändert hat, und irgendwann gehört man ein kleines bisschen dazu.
Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum wir immer wieder zurückkommen.
Natürlich sind es die Felsen, die Wege, die Wälder und die Aussichtspunkte, die uns in die Sächsische Schweiz ziehen. Aber ein Urlaub besteht eben nicht nur aus Landschaft. Es sind die Menschen, die einen Ort vertraut machen. Und wenn man nach Jahren wiederkommt und bekannte Gesichter sieht, fühlt es sich irgendwann nicht mehr so an, als würde man irgendwo Urlaub machen.
Man kommt ein Stück weit nach Hause.
So entwickelte sich aus dieser ursprünglichen familiären Verbindung langsam unsere eigene Geschichte. Klaus war dabei eine der treibenden Kräfte. Aus den Aufenthalten wurden gemeinsame Unternehmungen, aus Unternehmungen wurden Traditionen und irgendwann gab es sogar einen Zettel mit den nächsten Touren. Der Zettel ist übrigens bis heute im Einsatz. Er hat nur einen entscheidenden Nachteil: Er wird nicht leerer.
Die Sandsteinjäger waren geboren.
Was danach kam, war eigentlich nicht geplant. Zumindest nicht in dem Ausmaß, in dem es sich später entwickelte.
Aus gemeinsamen Urlauben wurden Wanderungen. Aus Wanderungen wurden immer neue Touren. Freunde und Familie kamen dazu, irgendwann wurden daraus Mutproben, Abzeichen, T-Shirts und Urkunden – und der berühmte Zettel mit den nächsten Zielen wurde länger und länger.
Heute, mehr als zwei Jahrzehnte später, wissen wir, dass dieser Anfang eine ziemlich glückliche Fügung war.
Denn vermutlich hätten wir damals nicht gedacht, dass aus einer familiären Verbindung zu einem kleinen Stück Sachsen einmal eine Geschichte entstehen würde, die uns über Jahrzehnte begleitet.
Eine Geschichte mit vielen Menschen, vielen Wegen, ziemlich vielen Kilometern und noch mehr Höhenmetern.
Und mit einem kleinen Stück Familie, das eigentlich gar nicht unsere unmittelbare Familie war – sich aber irgendwann genau so angefühlt hat.
