Mit Freunden

Nach den Doppelfahrten 2014 brachte das Jahr 2015 zunächst eine willkommene Abwechslung von unserem gewohnten Sandstein. Es ging nach Österreich in die Region rund um den Dachstein und Schladming – und dieser Urlaub hatte es durchaus in sich. Aus dem Gedanken an ein paar Tage in den Bergen wurde schnell ein richtiges Bergabenteuer. Wir bestiegen zahlreiche Gipfel mit 2.000 Metern und mehr, sammelten ordentlich Höhenmeter und stellten dabei fest, dass ein Berg von unten betrachtet grundsätzlich harmloser aussieht als von oben.

Die Region Schladming-Dachstein beeindruckte uns nachhaltig. Hohe Gipfel, Almen, schroffe Felsen und diese ganz besondere Mischung aus Weite und Bergwelt machten den Österreichurlaub zu einem echten Highlight. Es war eine völlig andere Bergwelt als unsere geliebte Sächsische Schweiz – und gerade deshalb eine willkommene Abwechslung.

Ein paar Wochen später zog es uns allerdings schon wieder zurück in vertrautere Gefilde. Krippen stand erneut auf dem Programm. Offenbar hatte der Sandstein nach dem Ausflug in die österreichische Bergwelt doch gefehlt. Und so wurde aus dem großen Alpenabenteuer kurzerhand wieder ein Stück Heimat auf Zeit.

2016 stand dann wieder ein längerer Aufenthalt im Sandsteingebirge an – wie so oft fast zwei Wochen. Der „Feldwebel des Hauses“ wollte wieder mit von der Partie sein, und auch einige Freunde schlossen sich uns an, um gemeinsam die Felsen zu erkunden. Zu fünft waren wir unterwegs, wanderten gemeinsam auf den schönsten Wegen und machten anschließend auch noch auf eigene Faust die Gegend unsicher. Unser berühmter Zettel war bereits wieder gut gefüllt mit neuen Routen, die nur darauf warteten, endlich einen Haken zu bekommen. Der Urlaub war natürlich nicht endlos und genehmigt wurde längst nicht alles, aber wir verstanden es, aus der vorhandenen Zeit das Maximum herauszuholen.

Mit dem „Unternehmen Frühtau“ begann anschließend eine neue Phase unserer gemeinsamen Unternehmungen. Wir versuchten, unsere Urlaubszeiten etwas großzügiger zu gestalten und dabei nicht nur möglichst viele Kilometer und Gipfel abzuhaken, sondern auch einmal bewusst innezuhalten. Wir hatten inzwischen gelernt, dass ein Pausentag kein verlorener Urlaubstag ist. Im Gegenteil: Nach ausgiebigen Touren durfte auch einmal die Seele Urlaub machen. Faulenzen wurde damit vom schlechten Gewissen zur durchaus legitimen Urlaubsbeschäftigung – und manchmal sogar zur notwendigen Regeneration.

In den folgenden Jahren begleiteten uns immer wieder Freunde der Familie. Wir waren teilweise zweimal im Jahr unterwegs – im Sommer und im Winter – und die Sächsische Schweiz blieb dabei unser vertrautes Ziel. Bei wechselhaftem Wetter ging es immer wieder nach Krippen und in die umliegenden Felslandschaften. Manche Touren waren neu, andere wurden nach Jahren noch einmal hervorgeholt. Der Sandstein blieb eben ein Stück weit unser zweites Zuhause.

2018 kam dann ein ganz anderes Kapitel hinzu: Gemeinsam mit der Familie ging es nach Norwegen. Unser Ziel war Rørvik, nördlich von Namsos, wo wir eine schöne Woche bei unserer Tante verbringen durften. Nach den vielen Wander- und Bergtouren der vergangenen Jahre war diese Reise eine willkommene Abwechslung. Statt ständig neue Gipfel auf den Zettel zu schreiben, stand diesmal das gemeinsame Erleben im Vordergrund. Die norwegische Landschaft rund um Rørvik tat ihr Übriges dazu: Meer, Inseln, Weite und eine völlig andere Landschaft als das, was wir von der Sächsischen Schweiz kannten.

Eine Woche war natürlich viel zu schnell vorbei. Und auch wenn wir diesmal nicht auf Gipfeljagd waren, blieb Norwegen nachhaltig in Erinnerung. Allerdings hatte die Reise auch einen kleinen Haken: Rund 22 Stunden Autofahrt sind selbst für überzeugte Sandsteinjäger eine Ansage. Der Gedanke an eine Wiederholung war deshalb schnell da – nur die Frage, wie man die Strecke etwas angenehmer gestalten könnte, blieb zunächst unbeantwortet.

2019 endete dann vorerst unsere Fahrradära in der Sächsischen Schweiz. Die Region hatte sich verändert, und aus unseren gemütlichen Radtouren war zunehmend ein Ausweichen und Überholen geworden. Die Hauptwege waren mittlerweile stark vom Bike- und vor allem vom E-Bike-Tourismus geprägt. Als Bio-Biker fühlte man sich stellenweise schon fast wie ein Oldtimer auf der Autobahn. Also beschlossen wir, die Fahrräder künftig zu Hause zu lassen und uns wieder stärker auf das zu konzentrieren, was uns eigentlich schon immer am meisten Spaß gemacht hatte: die Landschaft zu Fuß zu erkunden.

Für 2020 war schließlich ein gemeinsamer Familienurlaub als „Sechserpack“ geplant. Doch wie so oft im Leben hatten die Pläne ihre eigene Meinung und der Urlaub fiel aus verschiedenen Gründen ins Wasser. Wir zwei machten trotzdem das Beste daraus und konnten einige richtig schöne Touren unternehmen.

Und genau diese Erfahrungen waren es, die schließlich den Grundstein für das nächste große Kapitel legten: das „Sechserpack II“ im Jahr 2021.